«Blood Simple.» von Joel und Ethan Coen

Frances McDormand in «Blood Simple.»

Diesen Film könnte ich mir immer wieder ansehen. Ganz besonders den «Director’s Cut», aus dem die «langweiligen Stellen» entfernt worden sind. Irgendwie soll das Regiedebüt von Joel und Ethan Coen schon vor etlichen Jahren im deutschsprachigen Raum auf DVD erschienen sein, aber diese Veröffentlichung muss ich verpasst haben. Ich habe 2001 die Code-1-Fassung von Universal gekauft. Seit ein paar Monaten ist die fast identische Version von Kinowelt erhältlich.

Vier Personen stehen im zentrum des düsteren, aber keinesfalls humorlosen Krimis «Blood Simple.» Abby (Frances McDormand) möchte sich von ihrem Mann Julian (Dan Hedaya) trennen, kommt zusammen mit dessen Angestellten Ray (John Getz) nur bis ins nächste Motel. Dort werden die beiden von einem Privatdetektiv (M. Emmet Walsh) fotografiert. Stinksauer will Julian diese Demütigung nicht auf sich sitzen lassen und beauftragt den Privatdetektiv, das Pärchen zu ermorden. Der hat aber ganz andere Absichten.

Die Qualitäten der Coen Brothers kommen schon bei ihrem Erstling voll zum Tragen: eine klug konstruierte Geschichte mit vielen Überraschungen, präzise Dialoge und unfehlbares Timing. Wie in einer griechischen Tragödie steuern die Figuren unausweichlich auf ihr teilweise makaberes Ende zu. Besonders die vielen Tode von Julian sind einfach wunderbar absurd.

Für den Schnitt war bereits der Coen-Vertraute Roderick Jaynes besorgt, damals noch unterstützt vom ebenso obskuren Don Wiegmann. Die bis auf eine Ausnahme nüchterne, aber wirklich sehr stimmungsvolle Kameraarbeit erledigte Barry Sonnenfeld, der später mit «Get Shorty» und «Men in Black» selbst unter die Regisseure ging. Die Ausnahme bildet eine köstliche Kamerafahrt der Bar entlang, bei der die Kamera einen Hüpfer über einen betrunkenen Barbesucher machen muss. Die karge, aber umso eindringlichere Musik komponierte Carter Burwell, Hofkomponist der Coens.

Die Bildqualität der Kinowelt-DVD ist identisch mit der vergriffenen Universal-DVD von 2001. Das niedrige Budget ist dem Bild anzusehen, aber die Bildbearbeitung ist tadellos. Als Bonusmaterial ist neben einem Presseheft als PDF auch die Einführung durch Mortimer Young enthalten, einem fiktiven Filmrestaurator, der eben erklärt, wie das Werk für die Ewigkeit bewahrt wurde. Dabei seien die langweiligen Stellen entfernt und die Tonspur in Ultra-Ultra-Sound restauriert worden, einem Verfahren von George Lucas.

Film: 5 Sterne
Bild-/Tonqualität: 4 Sterne
Bonusmaterial: 2 Sterne

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