«Planet Terror» von Robert Rodriguez

Rose McGowan, Freddy Rodríguez, Marley Shelton und Naveen Andrews in «Planet Terror»

Der zweite Bestandteil des Doppelprogramms «Grindhouse», zu dem auch noch der Actionthriller «Death Proof» von Quentin Tarantino und vier Pseudo-Trailer von Rodriguez, Eli Roth, Edgar Wright und Rob Zombie gehören, ist «Planet Terror». Noch bevor das Experiment «Grindhouse» an den amerikanischen Kinokassen unter den Erwartungen abgeschnitten hat, wurde bekannt, dass die Verleiher ausserhalb Europas das Paket in seine Bestandteile «Death Proof» und «Planet Terror» zerschneiden. Tarantino und Rodriguez haben dafür ihre Werke noch ein wenig verlängert.

«Planet Terror» bildet eigentlich den Auftakt zu «Grindhouse», in der Schweiz kam der Horrorfilm allerdings erst nach «Death Proof» in die Kinos. Dabei ist «Planet Terror» die durchwegs gelungenere Hälfte von «Grindhouse». Wer sich «Planet Terror» ansieht, kommt auch in den Genuss des Trailers zu «Machete», einem dieser Pseudo-Trailer aus «Grindhouse». Danny Trejo spielt darin einen mexikanischen Arbeiter, der in den USA zum Killer wird, von seinen Auftraggebern allerdings aufs Kreuz gelegt wird. Da schwört er sich grausame Rache.

Bruce Willis in «Planet Terror»

Dann geht es weiter mit «Planet Terror». Angesiedelt ist der Horrorfilm in Texas, dort wo das beste Barbecue herkommt. In einem dreckigen Grill-Restaurant trifft Wray (Freddy Rodríguez) auf seine ehemalige Freundin Cherry (Rose McGowan), die mittlerweile als Gogo-Tänzerin arbeitet. Wray bietet ihr eine Mitfahrgelegenheit an. Als mitten auf der Strasse plötzlich Menschen auftauchen, weicht Wray aus, und sein Abschleppwagen überschlägt sich mehrmals.

Die Menschen schleppen Cherry aus dem Fahrzeug und reissen ihr das Bein ab. Gerade noch rechtzeitig kann Wray eingreifen und Cherry ins Spital bringen. Dort wird er gleich von Sheriff Hague (Michael Biehn) in Gewahrsam genommen. Als aber immer mehr blutrünstige Infizierte auftauchen, ist der Sheriff auf die Fähigkeiten von Wray angewiesen. Gemeinsam schlagen sie sich zum Militärstützpunkt durch, wo Lt. Muldoon (Bruce Willis) gewagte Experimente durchführt.

Irgendwo in diesem wilden Zombiefilm jagen auch noch der eifersüchtige Dr. William Block (Josh Brolin) und seine Frau Dakota (Marley Shelton) durch die Gegend, ein Wissenschaftler (Naveen Andrews) versucht die Soldaten zu stoppen, und auch noch ein paar Figuren aus «Death Proof» tauchen auf. Während Tarantino sich in «Death Proof» an seinen eigenen Dialogen aufgeilt, sorgt Rodriguez in «Planet Terror» für nie abreissende Action. Das Blut fliesst in Strömen, die Figuren sind herrlich überzeichnet und das zügige Tempo wird bis zum Ende aufrecht erhalten.

Im Gegensatz zu Tarantino hält Rodriguez auch die formalen Anforderungen an einen Grindhouse-Film ziemlich exakt ein. So ist etwa die Filmrolle mit der Sexszene deutlich überstrapazierter als der Rest des Films, und die nachfolgende Filmrolle, welche die Szene enthalten soll, in der die Rolle von Wray erklärt wird, fällt gleich ganz aus. Diese entspannte Ironie sorgt für 105 Minuten leichtfüssig derben Horrorschauer.

Fazit: «Planet Terror» ist ein Meisterwerk des schlechten Films.

Bewertung: 5 Sterne

(Bilder: ©Ascot Elite)

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