Blu-ray-Verband beschliesst Regeln für 3D-Heimkino

3D-Technologie von Panasonic

Schon im nächsten Jahr soll die 3D-Technologie aus dem Kino auch die eigenen vier Wände erobern. Darauf zählt zumindest die Blu-ray Disc Assocation. Wie «Video Business» gestern meldete, hat sich der Verband auf die Anforderungen für Hardware und Software geeinigt. Demnach muss jedes 3D-Blu-ray-Produkt unabhängig vom verwendeten Fernseher funktionieren. Ob sich die Technologie durchsetzt, ist aber dennoch fraglich.

Die Mitglieder des Verbands haben beschlossen, dass jede Blu-ray-Disc und jedes Abspielgerät die Bilder auf irgendeinem 3D-Gerät abspielen können muss. Das macht auch Sinn, den sonst wäre die Technologie schon vor der Anwendung zum Scheitern verurteilt. Wer blättert schon 2000 Franken und mehr für ein Fernsehgerät hin, dass anschliessend vielleicht nicht alle gewünschten Filme abspielen kann. Selbstverständlich müssen die Geräte auch in der Lage sein, existierende 2D-Blu-ray-Disc abzuspielen. Zudem müssen 3D-Blu-ray-Discs in alten Blu-ray-Spielern abspielbar sein.

Früher versuchten die Filmstudios noch, ihre Einnahmen durch bessere Qualität in den Kinos abzusichern. Als der Fernseher in den 50er-Jahren die Zuschauerzahlen in den Kinos schmelzen liess, sicherte CinemaScope ein exklusives Erlebnis in den Lichtspieltheatern. Die gleiche Taktik wird heute aber nicht mehr angewendet. Kaum versetzen «Ice Age: Dawn of the Dinosaurs» und «Avatar» die Kinobesucher ins Staunen, sollen die Kunden diese Wahrnehmung auch zu Hause erleben können. Eines der grössen Studios produziert eben nicht mehr nur Filme, sondern stellt auch die Geräte für den Heimgebrauch her.

Es wird erwartet, dass die Studios nun bald ihre ersten 3D-Blu-ray-Discs ankündigen werden. Technicolor hat bereits kommuniziert, dass die Firma in der Lage sei, im nächsten Jahr 3D-Blu-ray-Discs herzustellen und zu vervielfältigen. Sony Corp. hat am Donnerstag angekündigt, dass die Firma für alle ihre Produkte das stereoskopische RealD-Format lizenziert hat. 2010 will die Firma 3D-Bravia-Fernseher und andere Produkte veröffentlichen.

Dennoch stellt sich die Frage, ob diese neue Technologie von den Heimanwendern tatsächlich sehnsüchtig erwartet wird. Victor Matsuda, Vorsitzender des BDA Global Promotions Committee, ist der Ansicht, dass die in den Kinos festgestellte Nachfrage nach 3D-Produktionen auch auf die Heimanwendungen durchschlagen wird. Die zusätzlichen Kosten für einen 3D-Kinobesuch stehen aber in keinem Verhältnis zur Anschaffung eines neuen Fernsehgeräts. Da erwartet wird, dass die Software der PlayStation 3 durch ein Update auf den notwendigen Stand gebracht werden kann, entfällt zumindest für viele Blu-ray-Fans eine grundlegende Investition. Für mich stellt sich aber vor allem die Frage, ob es auch 3D-Projektoren geben wird?

1 comment

  1. du sagst es – ich habe auch keinen fernseher mehr und bin voll auf den beamer umgestiegen. aber ich denke, wenn sony 3d-bravia fernseher herstellen wird, dann werden die hoffentlich auch 3d-bravia projektoren machen…

    das wird auf jeden fall spannend, wie sich die 3d technologie für den heimanwender entwickeln wird!

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