03/2010: Ernster Professor und fauler Kater

Michael Stuhlbarg in «A Serious Man»

Am dritten Wochenende im Januar kommt bereits einer der besten Filme des Jahres in die Kinos. Joel und Ethan Coen haben mit «A Serious Man» ein weiteres Meisterwerk abgeliefert. Der Humor der Brüder stösst zwar bei manchen Personen auf Ablehnung, wer sich aber auf den Film und seine Figuren einlässt, wird eine herrliche Tragikomödie entdecken können. Drei weitere Debütanten buhlen um die Gunst des Publikums, das Filmpodium würdigt immer noch Gene Hackman und Robert Duvall und im Xenix zeigt Tilda Swinton ihre Gesichter.

Neben «A Serious Man» habe ich auch schon «Der grosse Kater» vorgestellt, die nicht ganz geglückte Verfilmung des Romans von Thomas Hürlimann. Im LunchKino gibt es am Samstag eine Sondervorstellung des Dokumentarfilms «The Cove». Ansehen möchte ich mir noch «It’s Complicated» von Nancy Meyers. Wenn ich das richtig verstanden habe, kann sich Meryl Streep in dieser romantischen Komödie nicht zwischen Alec Baldwin und Steve Martin entscheiden. Auslassen werde ich «Sunny Hill» von Luzius Rüdi. In seinem Spielfilmdebüt erzählt er von sechs jungen Menschen, die sich in einem Suizidforum kennenlernen und sich auf eine gemeinsame, letzte Reise in die Schweizer Berge begeben.

Tilda Swinton und George Clooney in «Michael Clayton»

Im Xenix sind in der Reihe «Tilda Swinton – Gesichter eines verletzten Engels» unter anderem «Michael Clayton» von Tony Gilroy (Do–Mi 17 Uhr) und «Orlando» von Sally Potter (Fr/Sa/So 21.15 Uhr) zu bewundern. In «Orlando» spielt Swinton einen Zeitreisenden durch vier Jahrhunderte und eine Grenzgängerin zwischen den Geschlechtern. Im Filmpodium gibt es derweil die letzten beiden Vorstellungen von zwei Meisterwerken von Francis Ford Coppola: «The Godfather: Part II» (Fr 20 Uhr) und «Apocalypse Now Redux» (Sa 20 Uhr).

Meine übrigen Empfehlungen: Von den weiterhin gezeigten Filmen sollte man sich auf keinen Fall das Meisterwerk «Bright Star» von Jane Campion entgehen lassen. Das gefühlvolle Drama zeigt die letzten Jahre des Dichters John Keats und seiner Liebe zu Fanny Brawne. Sehenswert ist auch die ausufernde Fantasie von Terry Gilliam in «The Imaginarium of Doctor Parnassus», dem letzten Film mit Heath Ledger. Beklemmend und sehr lehrreich ist das eindrückliche, sorgfältig beobachtete Drama «Un prophète». Wer den gnadenlosen Humor von Woody Allen schätzt, wird von «Whatever Works» nicht enttäuscht werden. Wer sich einen guten Schweizer Film ansehen möchte, wählt entweder «Giulias Verschwinden» oder «Der Fürsorger» aus.

(Bilder: ©Ascot Elite/Rialto Film AG)

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