Noch bevor Grossbritannien in der Gestalt von James Bond den bekanntesten Geheimagenten der Welt hervorbrachte, erfand Schriftsteller Arthur Conan Doyle bereits den bekanntesten Privatdetektiv der Welt: Holmes, Sherlock Holmes. Während James Bond bald 50 Jahre nach seinem ersten Leinwandabenteuer in «Dr. No» heute in «Quantum of Solace» noch frischer daherkommt, hat Sherlock Holmes seine besten Zeiten lange hinter sich.
Den Höhepunkt seiner Karriere durfte Holmes in den 40er-Jahren feiern, als Basil Rathbone 14 Mal in die Rolle des analytischen Detektivs schlüpfte, an seiner Seite jeweils Nigel Bruce als Dr. Watson. Die ersten vier Fälle sind in der DVD-Box «Die Sherlock Holmes Collection – Teil 1» erhältlich. Das Prunkstück in der Sammlung ist sicher «The Hound of the Baskervilles» (1939). Obschon Holmes eigentlich mehr als Nebenfigur vorkommt, bildete der unheimliche Streifen den Anfang der legendären Serie.
In «The Adventures of Sherlock Holmes» (1939) sah sich Holmes dann erstmals seinem Erzfeind Professor Moriarty gegenüber. Dieser möchte die Kronjuwelen stehlen und versucht Holmes auf eine falsche Fährte zu locken. Durch die Missgeschicke des leicht trotteligen Dr. Watson schwankt die Stimmung immer ein wenig zwischen mysteriös und schon fast burlesk. Bedeutend düsterer wird die Stimmung in den beiden nachfolgenden, während dem Zweiten Weltkrieg entstandenen Episoden. Aus dem viktorianischen Gentleman wird ein zeitgenössischer Detektiv, der gegen die Saboteure und Invasionspläne der Nazis kämpfen muss.
Die Durchhalteparolen in «Sherlock Holmes and the Voice of Terror» (1942) und «Sherlock Holmes and the Secret Weapon» (1943) wirken heute ein wenig antiquiert, lassen die beiden Filme aber auch ihre Wirkung als Zeitzeugen entfalten. Vorzüglich ist vor allem die Kameraarbeit, die in exquisiten Schwarzweiss-Aufnahmen durch das düstere London führt.
In der DVD-Box ist zunächst einmal ein ausführliches Büchlein enthalten, dann aber auch noch Audiokommentare von David Stuart Davies und Richard Valley, Herausgeber von «Sherlock Magazine», zu den ersten beiden Filmen. Die Tonspuren mit der deutschen Synchronfassung sind mir für gewöhnlich gleichgültig, im Fall von «The Hound of the Baskervilles» sind sie aber doch erwähnenswert. Der Film wurde nämlich erst 1984 in der DDR synchronisiert, eine Fassung die auch im Schweizer Fernsehen zu sehen war. 1992 liess dann das ZDF eine zweite Synchronfassung erstellen. Auf der DVD sind beide Versionen zu hören.
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