«The Ugly Truth» mit Katherine Heigl & Gerard Butler

Katherine Heigl und Gerard Butler in «The Ugly Truth»

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Frauen wollen sich verlieben. Männer wollen Sex. So sehen es die Drehbuchautorinnen von «The Ugly Truth», in der sie einen frauenverachtenden Fernsehmoderator und eine zuversichtlich das Liebesglück suchende Fernsehproduzentin lustvoll über Beziehungen streiten lassen. Die romantische Komödie ist zwar vorhersehbar und nicht wirklich konsequent, aber dafür unanständig witzig.

Die erfolgreiche Nachrichtenproduzentin Abby Richter (Katherine Heigl) lässt sich nicht entmutigen. Sie ist sich sicher, dass auch Männer zu aufrichtigen, tiefen Gefühlen fähig sind. Gefunden hat sie den Traummann allerdings noch nicht. Ihre Überzeugungen werden auf eine harte Probe gestellt, als ihr Vorgesetzter den Frauenhasser Mike Chadway (Gerard Butler) als Bereicherung der Nachrichten anstellt. Er soll mit seinen kontroversen Ansichten über die Gewohnheiten von Männern und Frauen wieder mehr Zuschauer anlocken.

Abby und Mike geraten ziemlich schnell heftig aneinander: «I want Mike Chadway to go down in flames.» Als Mike erfährt, dass sich Abby in ihren unwiderstehlichen Nachbarn Colin (Eric Winter, «Harold & Kumar Escape from Guantanamo Bay») verguckt hat, will er ihr beweisen, dass seine Meinungen nicht bloss primitive Vorurteile sind. Mike wird Abby beibringen, wie sie den Nachbarn um den Finger wickelt. Hat er mit seinen Ratschlägen Erfolg, darf er seinen Job behalten – ansonsten räumt er freiwillig das Feld.

Gerard Butler und Katherine Heigl in «The Ugly Truth»

Braucht eine Frau wie Katherine Heigl wirklich Tipps, wie man sich einen Mann angelt? Das ist wohl nur in Hollywood-Filmen notwendig. Wenn berücksichtigt wird, dass sie in «Knocked Up» mit dem voluminösen Seth Rogen vorlieb nehmen musste und in «27 Dresses» meist nur Brautjungfer war, dann hat sie wohl tatsächlich Nachhilfe notwendig. Da ist es ziemlich beruhigend, dass ihr Leonidas aus «300» zur Seite steht. Auch wenn zunächst ein muskulöser Schönling das Objekt der Begierde darstellt, ist nämlich schnell einmal klar, dass die beiden gegensätzlichen Hauptfiguren am Schluss gemeinsam im Bett landen müssen – spätestens wenn Butler der blonden Schönheit wie ein Cyrano die nächsten Tricks ins Ohr flüstert. Stellt sich nur noch die Frage, wie die Drehbuchautorinnen das bewerkstelligen.

Überraschungen hält die Komödie also nicht wirklich bereit. Dazu sind die Figuren zu durchschaubar, ganz besonders nachdem auch noch enthüllt wird, wieso Mike so eine negative Ansicht gegenüber der Liebe vertritt. Seine abschätzigen Urteile dient lediglich als Maske und Schutz gegen die eigene Verletzlichkeit. Unterhaltsam ist «The Ugly Truth» trotzdem. Witzig ist der Film wegen seines schonungslosen Humors über alle möglichen Klischees. Dabei werden tatsächlich einige wunderbar hässliche Wahrheiten formuliert.

Letztlich bleibt die Komödie aber ebenso oberflächlich wie die beiden Hauptfiguren. Da sich die nörglerische Abby nicht verändern wird und ihr der ruppige Mike nie zuhören wird, ist das Happy End eher ein heuchlerisches Ende. In «The Ugly Truth» zeigt sich Abby nämlich genauso auf Äusserlichkeiten fixiert wie sie es Mike vorwirft. Da wirkt dann der zwar nicht besonders schmeichelhaft, dafür aber ehrlich über Frauen lästernde Mike um einiges sympathischer.

Wenn nicht einmal Katherine Heigl und Gerard Butler beziehungsweise ihre Filmfiguren miteinander glücklich werden, stellt sich für einen durchschnittlichen und zudem ziemlich schüchternen Filmliebhaber die Frage, wie er sich jemals wieder glücklich verlieben soll. Ein erster Schritt dazu wäre natürlich der vollständige Verzicht auf idealisierende Hollywood-Produktionen. Weitere Ratschläge sind durchaus willkommen.

Fazit: «The Ugly Truth» ist eine kurzweilige und amüsante Komödie über die Unvereinbarkeit von Mann und Frau.

Bewertung: 4 Sterne

(Bilder: ©2008 Sony Pictures Releasing GmbH)

4 comments

  1. Hehe, kann dir in allen Punkten zustimmen. Hab den Film auch wegen einer Rezension besucht und kommt zu einem ähnlichen (wenn auch kürzeren und weniger eloquenten) Ergebnis.

    Ratschlag: (für die DVD) Szenen suchen, in denen Gerard Butlers Wampe gut zu sehen ist und dann in Zeitlupe angucken.

  2. Wenn du nicht so weit weg wohnen würdest, hätte ich dich schon lange einmal ins Kino eingeladen. 😉 Und um beim Titel des Films zu bleiben: Wenn ich mir auf der DVD oder Blu-ray-Disc bestimmte Szenen raussuche, dann werden es eher solche mit Körperteilen von Heigl sein.

  3. Ist die Dame nicht ein wenig zu dürr?

    Naja, vielleicht verschlägt es mich ja in den nächsten Jahren mal in die Schweiz 🙂

  4. Ist doch alles schön rundlich an der Heigl. Oder schaue ich an die falschen Stellen? Sie könnte sicher noch ein wenig zunehmen, aber so grausam dürr wie Keira Knightley, Renée Zellweger oder Ellen Pompeo ist sie auf jeden Fall nicht.

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